Fundraiser/in werden: Weiterbildung in Fundraising

Fundraising WeiterbildungFundraiser/ innen haben als Hauptaufgabe Beschaffung von finanziellen Mitteln im Namen von Institutionen und Organisationen, die in der Regel in der Spalte „nonprofit“ beheimatet sind. Dazu zählen kirchliche, soziale und kulturfördernde Institutionen sowie gemeinnützige Vereine. Da viele von ihnen über keine sonstigen Einkünfte verfügen, sind sie auf Fundraising angewiesen, um ihre Existenz und Durchführung von Projekten zu sichern.

Spenden werden in der freien Wirtschaft und bei privaten Geldgebern gesammelt oder staatliche Fördermittel werden beantragt. Fundraiser/ innen können in Festanstellung beschäftigt sein oder auch als Freiberufler/innen projektbezogene Aufträge annehmen. Die aktuellen Tendenzen deuten aber darauf hin, dass es in Zukunft viel mehr Fundraising-Agenturen geben wird, die Organisation ganzer Kampagnen übernehmen könnten.

Der Beruf und umso mehr die Ausbildung zu einem Fundraiser sind vergleichbar jung: Erst seit dem Jahr 2000 gibt es erste Versuche das Berufsfeld näher zu definieren. Gleichwohl deutet sehr viel dafür, dass das Fundraising als eine Geldbeschaffungsmaßnahme kontinuierlich in vielen Bereichen an der Bedeutung gewinnen wird. Fundraiser/ innen sind nicht nur geschickt in Verhandlungsgesprächen, sie besitzen im Idealfall auch fundierte Kenntnisse im Marketing und Management. Da man oft als Fundraiser/ innen mit internationalen Partnern verhandeln muss, sind kommunikative Kompetenzen und Englischkenntnisse von großer Bedeutung für die Ausübung dieser Tätigkeit.

Für welche Berufe bietet sich eine Weiterbildung zu einem/einer Fundraiser/in an?

Prinzipiell erfüllt jedes erfolgreich abgeschlossene Fachhochschul- und Hochschulstudium die Voraussetzungen für eine Weiterbildung im Fundraising. Manche Kursanbieter wollen auch Personen zulassen, die neben einer Berufsausbildung auch eine mehrjährige Berufserfahrung vorweisen können. In der Regel entscheiden sich für diesen Quereinstieg Absolventen der geisteswissenschaftlichen Studienfächer, die neben den Fachkenntnissen über eine Allgemeinbildung verfügen. Für diese Laufbahn entscheiden sich sehr oft Sprach- und Kulturwissenschaftler/innen. Darüber hinaus ermöglicht auch eine kaufmännische Ausbildung einen guten Einstieg in die Branche.

Aufbau und Inhalte der Weiterbildung

Obwohl sich bereits gewisse Tendenzen abzeichnen, die Weiterbildung in Fundraising durch Bestimmung allgemein geltender Standards zu vereinheitlichen, gibt es dennoch große Unterschiede zwischen den jeweiligen Ausbildungsangeboten. Damit sind nicht nur Lehrinhalte gemeint, sondern auch die Kurslänge, die von nur wenigen Seminartagen bis zu zwei Jahren variieren kann. Die meisten Angebote sind als berufsbegleitend konzipiert, es gibt aber inzwischen auch Studiengänge im Vollzeitmodus. Zu den Grundlagen einer Weiterbildung als Fundraiser/in gehört unabdingbar das Wissen um das komplexe Spendenwesen: die geltenden rechtlichen und steuerlichen Richtlinien, Kontaktaufnahme und –pflege zu den Spendern sowie gekonnte Nutzung der gesamten Bandbreite der mit den neuen Medien gegebenen Kommunikationsmöglichkeiten.

Das Online-Fundraising und speziell die Kommunikation mit Spendern via E-Mails dürfen dabei nicht auf dem Lernprogramm fehlen. Von besonderer Bedeutung sind zudem solche Themen wie Erbschaften, Stiftungen und Sponsoring. Das organisatorische Know-how mit den neuesten Management-Instrumenten wird zunehmend als eine Notwendigkeit während der Weiterbildung vermittelt. Ebenso gehört die Problematik der Ethik beim Fundraising zu den häufig innerhalb der Kurse behandelten Lehrinhalten, u.a. aus diesem Grund, dass viele Fundraiser bereits vor der Ausbildung für kirchliche Institutionen tätig waren oder streben es an. Neben den Basiskursen gibt es inzwischen eine Reihe von weiterführenden Kursen, die eine Spezialisierung in einer Fundraising-Spalte ermöglichen, beispielsweise die Ausbildung zu einem/ einer EU-Fundraiser/in.

Berufliche Möglichkeiten für Fundraiser/ innen nach einer Weiterbildung 

Die Optionen für eine Beschäftigung nach einer Weiterbildung im Fundraising werden immer zahlreicher. Ob freiberuflich oder in Festanstellung kann ein Fundraiser für eine Agentur, Institution oder Organisation auf der regionalen, nationalen und zunehmend internationalen Ebene tätig sein, immer dann, wenn Geldressourcen für Durchführung von Projekten mit gemeinnützigen Zielen beschafft werden müssen.

Zu den häufigen Auftraggebern gehören dabei kirchliche und kulturfördernde Organisationen. Zuletzt interessieren sich immer mehr Hochschulen und viele Schulen anderer Arten für das Fundraising. Ein Sonderbereich stellt das Beantragen von EU-Fördermitteln dar, darunter insbesondere die Geldbeschaffung für Projekte der mittel- und osteuropäischen Länder.

Diese Weiterbildung wird beispielsweise angeboten von:

  • Emcra: Weiterbildung EU-Fundraiser in Berlin – zur Webseite
  • Fundraising Akademie gGmbH: Fundraising-Manager/in in Klingenmünster, Rothenburg o.d.T., Arnorldshain – zur Webseite
  • Evangelisches MedienServiceZentrum: Fundraising Professionell in Hannover – zur Webseite

Verwandte Weiterbildungsmöglichkeiten per Fernstudium

Das Katholisch-Soziale Institut bietet einen „e-Learning-Seminar Fundraising“ an. Innerhalb von vier Monaten werden im Online-Modus Basisinformationen zum Fundraising vermittelt. Um ein Abschlusszertifikat zu erzielen wird ein Test geschrieben und ein eigenständig erarbeitetes Fundraising-Konzept vorgestellt. Der Kurs richtet sich in erster Linie an die Gemeindemitarbeiter.

EuroConsults bietet in Berlin eine Fortbildung zum EU-Fundraiser/Projektmanager an. Der Kurs ist zudem als ein Blenden-Learning-Kurs entwickelt, d.h. dass die Präsenzzeiten mit den E-Learning-Modulen sich abwechseln. Wegen der erforderlicher Präsenz muss man im Voraus sich zu den Unterkünften informieren lassen. Für deren Kostendeckung kann man sich um einen Zuschuss etwa bei der Agentur für Arbeit bemühen. Der Kurs dauert im Regelfall drei Wochen, von denen die letzte den praktischen Übungen gewidmet ist.