Weiterbildung zum Restaurator

restaurator stuckRestauratoren und Stuckateure sind dafür verantwortlich, dass historische Kunst- und Kulturgüter erhalten werden. Sie konservieren, reparieren, verschönern und pflegen Gegenstände, Räume, Wände oder Kunstobjekte.

 

Entgegen vieler Erwartungen handelt es sich nicht einfach nur um Weiterbildungen. Wer Restaurator werden möchte, muss eine akademische Ausbildung absolvieren. Das heißt, er muss sich an einer Hochschule einschreiben und studieren. Dieser Aufwand erklärt sich damit, dass zum Handwerk eines Restaurators weit mehr gehört das der bloße Umgang mit Werkzeug. Restauratoren untersuchen und analysieren das Werkstück zunächst genau und legen dann fest, welche Form der Konservierung und Wiederaufbereitung angemessen ist. Dazu sind künstlerisches Verständnis, ästhetisches Empfinden, historisches Wissen und chemisches bzw. physikalische Kenntnisse notwendig. Wer erst einmal erfolgreich ein Studium absolviert hat, wird sich auch während seines Berufslebens regelmäßig weiterbilden müssen.

Um sich für einen Studienplatz zu bewerben, müssen Interessenten zunächst ein Vorpraktikum absolvieren. Dieses Praktikum kann unter Umständen entfallen, wenn Bewerber bereits in einem entsprechenden Beruf tätig sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Bewerber in einem Museum, im Bereich der Denkmalpflege oder in einer Werkstatt aktiv ist. Hinzu kommt meist eine Eignungsprüfung an der jeweiligen Hochschule. Außerdem wird die (Fach-)Hochschulreife benötigt.

 

Wer kann Restaurator werden?

  • Interessenten mit Abitur/Fachhochschulreife und handwerklichem Interesse (ggf. ist ein langes Vorpraktikum nötig)
  • Handwerker mit Hochschulreife und Studienambitionen

Darüber hinaus gibt es sogenannte Restauratoren im Handwerk. Es handelt sich dabei um Personen, die eine Ausbildung zum Bildhauer, Maler, Maurer, Metallbauer, Orgelbauer, Raumausstatter, Schreiner, Steinmetz, Gold-/Silberschmied, Buchbinder, Zimmerer oder Stuckateur abgeschlossen haben und zusätzlich eine dreijährige Fortbildung absolvieren. Im Gegensatz zu studierten Restauratoren sind diese Handwerker nur auf ihren Fachbereich spezialisiert und die Ausbildung ist deutlich praxisorientierter. Voraussetzungen für die Fortbildung sind handwerkliches Geschick, künstlerisches Verständnis und historisches Interesse. Auf diesem Weg ist es auch möglich, Restaurator im Stuckateurshandwerk zu werden. Ferner können sich Studierende auch auf diese Fachrichtung spezialisieren.

 

Wer kann Restaurator im Handwerk werden?

  • Handwerker mit abgeschlossener Ausbildung und ggf. Meistertitel
  • Maler, Maurer, Zimmerer, Schreiner, Steinmetze, Metallbauer
  • Orgelbauer, Instrumentenbauer, Bildhauer
  • Goldschmiede bzw. Silberschmiede, Buchbinder, Raumausstatter

Aufbau und Inhalte der Weiterbildung

Eine Weiterbildung für Handwerker besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht. Ein Teil davon wird jeweils auch fachübergreifend sein. So benötigen Restauratoren in jedem Beruf Wissen über Denkmalschutz und Denkmalpflege sowie Kunst- und Kulturgeschichte. Hinzu kommen naturwissenschaftliche Grundlagen, Materialkunde, Bestandsaufnahme und Dokumentation. Fachspezifischer Unterricht findet in den Kategorien historische Materialien und Handwerkstechniken, Konstruktionstechnik und Restaurierungstechnik statt. Im Rahmen der Fortbildung werden die Teilnehmer binnen 400 bis 600 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht auf die Prüfung vorbereitet. Die jeweiligen Kurse sind unterschiedlich strukturiert, sodass sie entweder über einen langen Zeitraum berufsbegleitend oder in Form von Blockunterricht absolviert werden.

Ein Studium im Fach Restauration nimmt hingegen immer mehrere Jahre in Anspruch. Für einen Bachelorabschluss sind in der Regel drei, für den späteren Masterabschluss noch einmal zwei Jahre erforderlich. Die Studiengänge werden auch unter den Bezeichnungen Konservierung und Kunsttechnologie geführt.

 

Berufliche Möglichkeiten für Restauratoren und Stuckateure

Die beruflichen Perspektiven und Restauratoren, Stuckateure und Restauratoren im Handwerk sind generell als gut einzuschätzen. Die Nachfrage an handwerklichen Fachkräften ist derzeit hoch und der Trend zum stilvollen, individuellen Wohnen nach wie vor bedeutsam. Auch die Instandsetzung alter Bauwerke ist zunehmend wichtiger geworden. Überdies besteht die Möglichkeit, berufliche eigenständig zu arbeiten und ein Unternehmen zu gründen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch der Erwerb des Meistertitels. Wer dem Handwerk selbst den Rücken kehren, aber in dem Fachbereich aktiv bleiben möchte, kann ein Studium der Betriebswirtschaft, des Bauingenieurwesens oder der Architektur in Betracht ziehen. Auch Bauwirtschaft, Materialwissenschaft oder Geschichte können im Rahmen eines Studiums interessante Perspektiven bieten.

Für viele Handwerker ist jedoch die Weiterbildung zum Meister die naheliegende Alternative. Diese Qualifikation wird fachspezifisch erworben und bereitet dennoch auf leitende berufliche Aufgaben vor.

 

Die Weiterbildung zum Stuckateur wird beispielsweise angeboten von:

Görlitzer Fortbildungszentrum: Restaurator im Handwerk oder Fachhandwerker für Restaurierungsarbeiten in den Berufen Tischler, Zimmerer, Maurer, Maler, Steinmetze und Stuckateure – zur Website

Propstei Johannesberg: Restaurator im Handwerk in den Berufen Maler, Maurer, Tischler und Zimmerer – zur Website

 

Das Studium wird beispielsweise angeboten von:

Hochschule für Technik und Wirtschaft: Bachelorstudiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik (Berlin) – zur Website

Fachhochschule Erfurt: Bachelor- und Masterstudiengang Konservierung und Restaurierung (Erfurt) – zur Website

Hochschule für bildende Künste: Diplomstudiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut (Dresden) – zur Website

Fachhochschule Potsdam: Bachelor- und Masterstudiengang Restaurierung und Konservierung (Potsdam) – zur Website

 

Verwandte Weiterbildungsmöglichkeiten per Fernstudium

Ein Fernstudium ist aufgrund der notwendigen praktischen Arbeit in diesem Bereich leider nicht möglich. Eine Alternative können jedoch Studiengänge mit geschichtswissenschaftlichem Schwerpunkt sein.

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