Weiterbildung zum/ zur Case-Manager/in

Das Sozial- und Gesundheitssystem wird zunehmend komplexer. Hilfsbedürftige und deren Angehörige sind bei der Vielzahl an Angeboten und Leistungen kaum noch in der Lage, einen Überblick zu behalten. Mitunter führt dies zur Überforderung des Patienten und zu einer ineffektiven und unökonomischen Behandlung.

Case-Manager/innen setzen an diesem Punkt an und betrachten gezielt einzelne Fälle. Sie ermitteln in aktiver Zusammenarbeit mit dem Patienten den erforderlichen Behandlungsbedarf, wählen geeignete Ansprechpartner und planen und koordinieren die Behandlungsprozesse. Die individuellen Belange einzelner Personen werden konkret und zielgerichtet versorgt. Dies erhöht die Qualität der Betreuung und entlastet den Patienten, steigert die Effizienz des Gesundheitswesens und führt zur Verringerung der Ausgaben. Die Weiterbildung zum/ zur Case-Manager/in stattet die Teilnehmer/innen mit entsprechenden Kenntnissen in Theorie und Praxis aus.

Für welche Berufe bietet sich eine Weiterbildung zum/ zur Case-Manager/in an?

Die Kurse richten sich an Fachkräfte aus dem Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen. Die spezifischen Voraussetzungen für eine Zulassung finden sich hier. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben entscheidet die jeweilige Ausbildungsstätte über die Teilnahme.

Folgende Personengruppen werden direkt angesprochen:

1. Absolventen eines humanwissenschaftlichen Studiengangs mit Bachelor, Master oder Diplom und mindestens einjähriger Berufserfahrung:

  • Sozialarbeiter/innen
  • Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen
  • Heilpädagogen / Heilpädagoginnen
  • Pädagogen / Pädagoginnen
  • Pflegewirte / Pflegewirtin
  • Pflegepädagogen / Pflegepädagoginnen
  • Pflegewissenschaftler/innen
  • Psychologen / Psychologinnen

2. Absolventen mit anderem Background – diese müssen über mehrere Jahre Berufspraxis im Bereich der Humanwissenschaft verfügen und weitere Zulassungsvoraussetzungen erfüllen:

  • Absolvent/innen eines nichthumanwissenschaftlichen Studiengangs an einer Hochschule
  • Absolvent/innen einer Ausbildung an einer Fachschule im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Absolvent/innen einer anderen Berufsausbildung im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen

3. Bei anderen humanmedizinischen Abschlüssen wird die Eignung zunächst detailliert geprüft. Dies betrifft beispielsweise:

  • Lehrer/innen
  • Soziologen / Soziologinnen
  • Erzieher/innen
  • Theologen / Theologinnen
  • Mediziner/innen

Aufbau und Inhalte der Weiterbildung

Die Kurse sind darauf ausgelegt, den Teilnehmer/innen Kompetenz in Kommunikation, Gesprächsführung und Beratung zu vermitteln. Zum einen werden die Absolvent/innen befähigt, sich im Gesundheits- und Pflegesystem durch Netzwerkarbeit zu orientieren und an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Institutionen wie Krankenhäusern und Krankenkassen sicher zu agieren. Zum anderen lernen sie einen gezielten Umgang mit Hilfsbedürftigen. Beispielsweise wird vermittelt, wie der persönliche Behandlungsbedarf zusammen mit dem Patienten analysiert und ausformuliert werden kann. Einen wesentlichen Aspekt der Ausbildung stellt zudem die Fähigkeit der Steuerung dar – in der Praxis sollen die Einzelfälle von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zur Dokumentation gezielt begleitet werden.
Die Weiterbildung orientiert sich bei den meisten Anbietern an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management und kann berufsbegleitend absolviert werden.

Berufliche Möglichkeiten für Angestellte im humanwissenschaftlichen Bereich nach einer Weiterbildung zum/ zur Case-Manager/in

Der Bedarf an professionell ausgebildeten Case-Manager/innen ist hoch und wird auf Sicht noch zunehmen. Absolvent/innen bietet sich mit der Weiterbildung die Chance, die erworbenen Fähigkeiten in den aktuellen Beruf einzubringen oder neue Positionen auf verschiedenen Hierarchieebenen zu übernehmen. Das konkrete Tätigkeitsfeld kann je nach Arbeitsumfeld und gewählter Einrichtung stark variieren. Case-Manager/innen sind überall dort gefragt, wo Hilfsbedürftige intensive Beratung brauchen, unter anderem in ambulanter und stationärer Pflege, in pflegeberatenden Stellen, in der Kinder- und Familienhilfe oder in der Behinderten- und Altenpflege.

Diese Weiterbildung wird beispielsweise angeboten von:

  • IBAF-Schulungszentrum Martinshaus: Zertifikatskurs Case Management (DGCC) in Kiel, Rendsburg, Nürnberg – zur Website
  • ComFair GmbH: Case- und Belegungsmanager/-in im Gesundheits- und Sozialwesen in Nürnberg und Oldenburg – zur Website
  • Bildungszentrum für Pflege, Gesundheit und Soziales Nürnberg: Case Manager/in im Gesundheits- und Sozialwesen in Nürnberg – zur Website
  • K&G Fachzentrum für berufliche Weiterbildung GmbH: Case Manager/in im Sozial- und Gesundheitswesen und in der Beschäftigungsförderung in Recklinghausen – zur Website
  • ISPA Institut für Sozialmedizin in der Pädiatrie Augsburg: Case-Manager/in im Gesundheitswesen (DGCC) in Augsburg – zur Website
  • Fachhochschule des Mittelstands GmbH: Case Manager/-in (FHM) in Rostock, Bielefeld, München – zur Website
  • Bildung und Beratung Bethel: Weiterbildung zum/zur Case-Manager/-in in Bielefeld – zur Website
  • Bildungsakademie Fort- und Weiterbildung Universitätsklinikum Essen: Case Management in Essen – zur Website
  • itb Institut für Training und Beratung GmbH: Sozial- und PflegeberaterIn – Case-ManagerIn in Hamburg und Dortmund – zur Website
  • also – Akademie für Leitung, Soziales und Organisation: Case Management – Pflegeberatung nach den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes in Heidelberg – zur Website

Verwandte Weiterbildungsmöglichkeiten

Einen umfassenden Überblick zu Berufsbildern im Gesundheitswesen gibt es hier. Unter anderem an der Universität Bielefeld kann artverwandt das Fernstudium Angewandte Gesundheitswissenschaften absolviert werden.

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