Weiterbildung zum Supervisor Psychotherapie/ Verhaltenstherapie

Ein Supervisor hat die besondere Aufgabe, Kollegen in der Psycho- und Verhaltenstherapie zu beraten. Dafür besitzt er eine supervisorische Fertigkeit, auch unabhängig von der Therapieform. Hinzu kommen besonders reichhaltige Erfahrungen in Psycho- und Verhaltenstherapien, die er für die Beratung nutzt. Als ausgebildeter Supervisor sind Sie in der Lage, die verschiedenen Methoden der Supervision anzuwenden. Sie leiten selbständig und selbstverantwortlich Einzelberatungen, Gruppen- und Teamberatungen sowie Beratungen für Institutionen.

Supervisor ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Hierfür besitzen Sie nicht nur die erforderlichen theoretischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Sie verfügen ebenso über die notwendigen persönlichen Fertigkeiten.

 

Für welche Berufe bietet sich eine Weiterbildung zum Supervisor Psychotherapie/ Verhaltenstherapie an?

Ein Supervisor muss eine besonders hohe Erfahrung im Gebiet der Psychotherapie und Verhaltenstherapie aufweisen. Neben einer einschlägigen Approbation als Verhaltens- oder Psychotherapeut müssen Sie für eine Weiterbildung zum Supervisor auch einen Fachkundenachweis erbringen und ausreichende Praxiserfahrung nachweisen. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Weiterbildung muss die Praxiserfahrung mindestens fünf Jahre betragen.

 

Aufbau und Inhalte der Weiterbildung zum Supervisor Psychotherapie/ Verhaltenstherapie

Praxisorientierte Theorie der Supervision

Allgemeine Definitionen und Modelle der Supervision werden vorgestellt und die Geschichte der Supervision erläutert. Sie lernen die Lernprozesse und Wirkfaktoren sowie schulspezifische Methoden der Supervision kennen. Die Methodik selbst sowie die Methoden und Resultate einer sach- und fachgerechten Bewertung einer Supervision gehören ebenfalls zu diesem Abschnitt. Besondere Skills, die supervisorische Identität und Beziehungen werden erarbeitet. Weitere Themen sind Einzel- und Gruppensupervision, Teamsupervision sowie Coaching, Ethik und Macht der Supervision.

 

Supervision der Supervision

Unterschiedliche Themen sind Schwerpunkte dieser Übungen und Erfahrungen, an denen alle Teilnehmer aktiv teilhaben. Dabei können aktuelle Fälle aus der eigenen Praxis verwendet werden. Ein Supervisionsfall wird vorgestellt und anschließend von der Gruppe und dem Seminarleiter supervidiert. Jeder Teilnehmer muss dabei diese drei Aufgaben erfüllen:

  1. Durchführen einer Supervision eines Supervisanden (Empfänger der Supervision) in der Gruppe mit Vor- und Nachbesprechung
  2. Eine auf Video aufgenommene Supervisionssitzung wird vom Teilnehmer vorgespielt
  3. Ein Auszug aus einer Supervisionssitzung wird in der Gruppevorgestellt und besprochen

 

Selbsterfahrung

Am Ende dieses Themenkomplexes werden die Selbsterfahrung und die Beziehung zwischen dem Supervisor und dem Supervisanden besprochen. Dieses Thema wird später erneut behandelt.

 

Methoden der Supervision

Anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis lernen Sie die verschiedenen Methoden in der Supervision anzuwenden. Unterthemen hierzu sind:

  • Gibt es den idealen Supervisor, wie verhält er sich?
  • Wie sieht die Struktur des Verlaufs einer Supervision idealtypisch aus?
  • Wie sieht in der Supervision ein Kontrakt aus?
  • Was ist ein Reflecting Team und wie fungiert es als eine supervisorische Technik?

Am Ende werden Sie unter der Überschrift Supervisionsmethoden mit systemischem Einschlag eingehend das Thema Problemaktualisierung durch systemische Rekonstruktionen erarbeiten.

 

Beziehung in der Supervision

Auch in diesem Teil wird mit Fallbeispielen in kleinen Gruppen, mit Reflexionen und Besprechungen gearbeitet. Folgende Fragen sind Kernthemen:

 

  • Wie wird vom Supervisor eine Beziehung zum Supervisanden aufgebaut? Die Parallele zum Gespräch des Therapeuten mit seinem Patienten soll verdeutlicht werden.
  • Wann werden vom Supervisor andere Themen in den Vordergrund gerückt, wann bewusst und wann unbewusst? Hierzu gehören latente Konkurrenzkämpfe, die zwischen Therapeut und Patient bestehen.
  • Wie gelingt es, während der Supervision in der Sachebene zu verbleiben?

 

Hierauf aufbauend werden Videosequenzen genutzt, um die Anwendung der supervisorischen Methoden zu üben. Dazu gehören:

  • Reflecting Team (angeleitete Reflexion durch mehrere zusätzlich anwesende Therapeuten)
  • Sharing (Erfahrungsaustausch nach psychotherapeutischen Sitzungen)
  • Skulptur (Visualisierung des inneren Bilds eines Systems, Aufstellung von Personen)
  • Rollenspiel mit Vertretern
  • Soziales Atom (zur Erfassung von Gruppenstrukturen)

 

Supervisorische Tätigkeit

Im Rahmen von Workshops werden die Inhalte gemeinsam erarbeitet. Fallgeschichten und Fragen der Teilnehmer werden als Themen verwendet, um anschließend gemeinsame Ergebnisse vorzustellen.

  • Einzelsupervision
  • Gruppensupervision
  • Supervision in und von Organisationen
  • Coaching als Unterschied zur Therapie
  • Konfliktlösungen
  • Selbsterfahrung

 

Co-Supervision bei erfahrenen Supervisoren

Mindestens zwei erfahrene Supervisoren nehmen an Einzel-, Gruppen- und Teamsitzungen teil.

 

Kollegiale Intervision

Die Teilnehmer bilden kleine Gruppen, die während der gesamten Ausbildung zusammenbleiben.

 

Berufliche Möglichkeiten für Therapeuten nach einer Weiterbildung zum Supervisor Psychotherapie/ Verhaltenstherapie

Als Supervisor Psychotherapie / Verhaltenstherapie haben Sie die Möglichkeit, selbständig als Supervisor zu arbeiten. Sie können ebenfalls als Leiter einer Einrichtung mit supervisorischen Aufgaben tätig werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Übernahme von Aufgaben als Dozent mit supervisorischen Aufgaben in der Weiterbildung. An den meisten Beratungsstellen und Kliniken wird mittlerweile die Supervision als eine Form der Qualitätssicherung regelmäßig durchgeführt.

 

Eine Weiterbildung zum Supervisor Psychotherapie/ Verhaltenstherapie wird beispielsweise angeboten von:

  • Institut für Fort- und Weiterbildung in klinischer Verhaltenstherapie e.V. IFKV, Weiterbildung zum Verhaltenstherapeutisch orientierte/r Supervisor/in (in Bad Dürkheim) zur Webseite
  • Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e. V. Fort- und Weiterbildung DGVT, Weiterbildung in Psychotherapie-Supervision (in Tübingen) zur Webseite
  • Institut für Verhaltenstherapie, Verhaltensmedizin und Sexuologie UVS, Weiterbildung zum/zur Supervisor/in (VT) (in Fürth) zur Webseite
  • Das norddeutsche Institut für Verhaltenstherapie NIVT, Weiterbildung zum Supervisor (in Bremen) zur Webseite

Die Weiterbildungen gehen über einen Zeitraum von achtzehn Monaten bis zwei Jahren und ähneln damit vom Aufwand her einem berufsbegleitenden Studium.

 

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