Umschulung zum/ zur Berufsschullehrer/in

Berufsschullehrer sind bundesweit gefragte Fachkräfte.

Der Bedarf an Berufsschulehrer/innen kann derzeit bundesweit nicht von akademisch ausgebildeten Lehrkräften gedeckt werden. Deshalb werden Quereinsteiger aus Fachberufen als Berufsschullehrer dringend gesucht. Die Voraussetzungen hierfür sind je nach Bundesland verschieden. Geeignete Bewerber mit Fachqualifikation durchlaufen zunächst ein Aufnahme- und Eignungsverfahren. Verläuft dieses positiv, können sie direkt in den Vorbereitungsdienst, also das Referendariat an der Berufsschule, einsteigen.

Wo besonderer Lehrermangel herrscht, können Bewerber mit Hochschulabschluss, speziell aus den sogenannten MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, auch direkt an Berufsschulen unterrichten. Auch sie durchlaufen zunächst Aufnahmeverfahren und werden gecoacht.

 

Das Berufsfeld des Berufsschullehrers/ der Berufsschullehrerin

Berufsschullehrer/innen vermitteln ihren Schülerinnen und Schülern alle theoretischen Kenntnisse, die sie für ihre Ausbildung benötigen. Sie unterrichten fachpraktisch ebenso wie allgemeinbildend. Die Ausbildungspalette an deutschen Berufsschulen ist so breit wie das Spektrum der anerkannten dualen Ausbildungsberufe: von der Arzthelferin über den Straßenbauer bis zum Zweiradmechaniker.

Wissen zu vermitteln, erfordert Talent und Freude im Umgang mit Jugendlichen und Erwachsenen. Wer pädagogisches Geschick mitbringt und sich umorientieren möchte, kann sich durch den Quereinstieg in die Berufsschullehrertätigkeit neue Perspektiven eröffnen. Auch Akademiker wie Informatiker, die die Fachtätigkeit nicht ausfüllt, können als Seiteneinsteiger unterrichten. Berufsschullehrer/innen begleiten die Auszubildenden während ihrer gesamten Lehrzeit. Sie unterstützen sie theoretisch und fachlich, häufig aber auch lebenspraktisch. Dabei setzen sie nicht nur Frontal- und Gruppenunterricht ein, sondern arbeiten auch an Projekten. So lernen die Lehrlinge, Arbeitsschritte selbstständig anzugehen, zu bearbeiten und zu dokumentieren. Berufsschullehrer/innen sind für die Azubis dabei ebenso Anleiter wie Coach, speziell in schwierigen Ausbildungssituationen.

Berufsschullehrer/innen arbeiten an:

  • Berufsschulen
  • Berufsfachschulen
  • Handelsschulen
  • Einrichtungen der Erwachsenenbildung
  • Berufskollegs
  • Fachgymnasien
  • Fachoberschulen
  • Berufsoberschulen
  • Berufsaufbauschulen und
  • privaten Weiterbildungsinstituten.

 

Das Gehalt für Berufsschullehrer/innen und ihre soziale Absicherung

Das Gehalt eines Berufsschullehrers/ einer Berufsschullehrerin kann zwischen 36.000 Euro und 60.000 Euro brutto im Jahr betragen, abhängig von Berufserfahrung, Anstellung, Tarifvertrag und Bundesland.

Seit 2006 ist die Vergütung der Lehrer Ländersache. Verbeamtete Lehrer werden entsprechend der Landesbesoldungstabellen bezahlt, angestellte Lehrer nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L).

Quereinsteiger oder Fachlehrer werden häufig außertariflich bezahlt. Sie haben aber, wenn sie sich bewährt haben, bis zur Altersgrenze von 45 Jahren die Chance, sich verbeamten zu lassen. Dies steigert ihr Einkommen und sichert sie sozial ab.

 

Der Quereinstieg zum Berufsschullehrer/ zur Berufsschullehrerin

Je nach Fach und Bundesland ist der Quereinstieg in die Berufsschullehrerlaufbahn unterschiedlich. Infolge des Lehrermangels lassen viele Bundesländer Seiteneinsteiger auch ohne Referendariat zu. Für sie gilt die Regelaltersgrenze von 40 Jahren.

Bewerber aus fachpraktischen Berufen treten nach der Bewerbungs- und Vorbereitungsphase ins Referendariat ein. Dessen Dauer beträgt, je nach Bundesland, zwischen 18 und 24 Monaten. Es dient als Vorbereitungsdienst, um das erworbene Wissen in die Lehrtätigkeit einzubetten und den Referendar/die Referendarin pädagogisch zu professionalisieren. Die Referendariatsphase wird von einer theoretischen Ausbildung begleitet, die Methoden des Umgang mit den Schülern, der Notengebung und Unterrichtsgestaltung vermittelt. Das Referendariat endet direkt mit dem 2. Staatsexamen.

Über die einzelnen Zugangswege für Quer- und Seiteneinsteiger ins Lehramt informiert Monitor Lehrerbildung. Dieses Kooperationsprojekt des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Bertelsmann-Stiftung wurde erfasst die unterschiedlichen Recruitments und dient als Orientierungshilfe.

 

Für wen ist die Umschulung zum Berufsschullehrer geeignet und was sind die Voraussetzungen?

Ein Quereinstieg als Berufsschullehrer/in ist überall möglich, wo der Lehrerbedarf nicht mit regulär ausgebildeten Lehrkräften gedeckt werden kann. Vorausgesetzt werden Mittlere Reife oder Abitur und eine Ausbildung, am besten ein Meisterbrief, sowie mehrjährige Arbeitserfahrung. Nach einer Eignungsprüfung folgt dann das Referendariat. Akademiker aus dem MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik haben Chancen, auch ohne Referendariat zu unterrichten.

Auch Dolmetscher und Sozialpädagogen werden regional gesucht. Die Altersgrenze für Bewerber liegt bei 40 bis 45 Jahren. Wer via Quereinstieg Berufsschullehrer werden will, benötigt häufig auch Kenntnisse in mindestens einem weiteren Fach oder einen Zweitabschluss, um Zweitfächer zu unterrichten.

 

Finanzierungsmöglichkeiten

Das Referendariat an Berufsschulen und Kollegs ist ein normales Angestelltenverhältnis und wird nach Tarifvertrag vergütet. Für zusätzliche Kurse und Trainings kann ein Bildungsgutschein beantragt werden, Auskünfte erteilt die Arbeitsagentur. Wer sich berufsbegleitend vorqualifizieren möchte, kann bei einem Einkommen bis 20.000 Euro eine Bildungsprämie beantragen.

 

Wo bewerben?

Erste Anlaufstelle für jeden interessierten Bewerber ist das Kultusministerium seines Bundeslandes. des Bundeslandes, in dem das Studium aufgenommen werden soll. Eine Linksammlung aller Bewerbungsportale finden Sie hier.

 

Alternativen: Fachlehrer und Fernstudium

Wenn die Hürden eines Quereinstiegs zum Berufsschullehrer zu hoch sind, kann die Fachlehrerausbildung angestrebt werden. Diese Weiterbildung ist ebenfalls landesrechtlich geregelt und dauert zwischen 2 und 4 Jahren. Nur ein Jahr dauert die Fachschulausbildung zum staatlich geprüften Werklehrer im sozialen Bereich.

Fern- oder Abendlehrgänge mit Lehramtsqualifikation gibt es nicht. Fachkräfte aus der Medizin und Pflege sowie Erzieher können sich allerdings für unterrichtende Tätigkeiten qualifizieren. Dies befähigt sie, zunächst frei oder an Volkshochschulen zu unterrichten, um sich später fürs Berufsschullehramt zu bewerben.

 

Angebotene Studiengänge sind

  • Gesundheitspädagogik
  • Medizinpädagogik
  • Pflegepädagogik und
  • Werklehrer (Bayern).

Über Möglichkeiten des Quereinstiegs in den Schuldienst informiert das Portal Bildungsserver.de. Wichtige Orientierungshilfen bietet auch der Ratgeber „Das Quereinsteiger-Buch: So gelingt der Start in den Lehrerberuf“ von Marc Böhmann .