Umschulung zum/ zur Busfahrer/in

Busfahrer arbeiten entweder regional, überregional oder international.

Busfahrer/innnen werden gesucht: von Busgesellschaften ebenso wie kommunalen und privaten Verkehrsbetrieben. Sie fahren Stadt- und Linienbusse, Fernbusse und Kleinbusse ebenso wie Flughafen- und Werksbusse. Als Personenbeförderer tragen die Fahrer eine große Verantwortung. Auf Kurz- und Mittelstrecken sind sie häufig alleine für die Sicherheit und das Fortkommen von über 50 Menschen verantwortlich. Im Stadtverkehr müssen Fahrscheine verkauft und Rampen gelegt werden.

Wer Busfahrer werden möchte, sollte also kommunikativ, ausgeglichen und allzeit „sattelfest“ sein. Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste sind die Regel, im Fernbusverkehr auch mehrtätige Einsetze fern von zuhause.

 

Das Berufsbild des Busfahrers

Klassische Einsatzbereiche für Busfahrer/innen sind:

  • Linienbusfahrten
  • Fernbusverbindungen
  • Reisebusfahrten
  • Transnationale Liniendienste
  • Busse der Behindertenbeförderung
  • Schul- und Werksbusfahrten.

Sicheres Fahren mit entsprechender Fahrerlaubnis, also dem Personenbeförderungsschein, gehört ebenso zum Busfahren wie Planung und Umfahrung von Routen, die Pünklichkeitskontrolle und die Betreuung der Fahrgäste. Fahrer im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind für den Fahrscheinverkauf, das sichere An- und Abfahren der Haltestellen verantwortlich. Sie müssen die Sicherheit im Bus gewährleisten und kontrollieren, Streits schlichten, älteren und behinderten Fahrgästen beim Ein- und Aussteigen helfen.

Fernlinien- und Reisebusfahrer sind oft über Nacht und tagelang mit ihren Passagieren zusammen. Als „Kapitän“ obliegt ihnen die gesamt Logistik auf der Mittel- und der Langstrecke. Sofern Kollegen an Bord sind, wechseln sie sich ab. Auch die Bewirtung von Fahrgästen und das Leiten ganzer Reisegruppen kann zum Reisebusfahren gehören. Touristik-Busfahrer machen Stadtrundfahrten und zeigen Sehenswürdigkeiten, meist in Begleitung eines Reiseleiters. Werks- und Schulbusfahrer, aber auch die Fahrer von Telebussen betreuen eine eigene Klientel. Sie sind für das Wohlbefinden Ihrer Fahrgäste, speziell der kleinen und der der Behinderten, verantwortlich. Nebenbei ist der Busfahrer/ die Busfahrerin verpflichtet, ihre Fahrt- und Ruhezeiten zu kontrollieren und einzuhalten. Er bzw. sie tankt das Fahrzeug auf, checkt es durch, pflegt es und weiß sich auch bei kleinen Pannen zu behelfen.

 

Das Gehalt und die Zukunftsaussichten als Busfahrer/in

Busfahrer verdienen, je nach Region und Ensatzfeld, zwischen 21.000 und 39.000 Euro brutto jährlich. nach Einsatzfeld, zwischen 20.000 und 30.000 Euro brutto jährlich. Busfahrer werden gesucht, da seit Beginn der neuen EU-Führerscheinverordnung 2006 erhöhte Anforderungen für den Berufsbereich gelten. Viele Verkehrsbetriebe vor Ort suchen verzweifelt qualifiziertes Personal. Entsprechend gut sind die Chancen, auch als Umschüler eingestellt zu werden.

Spätere Fortbildungsmöglichkeiten für Busfahrer/innen sind die Berufe:

  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachkraft für Hafenlogistik
  • Kaufmann/-frau im Eisenbahn- und Straßenverkehr
  • Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung
  • Kaufmann/-frau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen.

 

Die Umschulung zum Busfahrer/ zur Busfahrerin

Den Umschulungsberuf „Busfahrer“ als solchen“ gibt es nicht. Nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BkrFQG) reicht für die Personenbeförderung der entsprechende Führerschein aber nicht aus.

Drei Ausbildungswege gibt es, um Busfahrer/in zu werden:

Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer Schwerpunkt Personenverkehr (IHK):

Diese ist an sich dreijährig, im Falle einer Umschulung verkürzt sie sich auf 21 bis 24 Monate. Hinzu kommt, sofern die Ausbildung nicht im Betrieb absolviert wurde, das Praktikum.

Vermittelt werden dabei:

  • Die Straßenverkehrsordnung (Führerschein Klasse D/DE)
  • Tarifrecht
  • Kundenkommunikation
  • Feststellung und Behebung von technischen Fehlern und Mängeln am Fahrzeug
  • wirtschaftliches Fahren und die
  • Routen- sowie die Tourenplanung

 

Die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF)

Diese wird grundsätzlich im Fahrbetrieb durchgeführt, ergänzt durch Berufsschulunterricht. Auch die FiF dauert grundsätzlich 3 Jahre. Auf Antrag kann sie aber um 12 Monate verkürzt werden, wenn der Bewerber bereits ausgebildet ist und die schulischen und beruflichen Voraussetzungen hierfür vorliegen. Inhaltlich ist die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb ähnlich. Sie konzentiert sich aber auf die Belange des ÖPNV und beinhaltet auch Bahnfahrmodule, die Personaldisposition, die Fahrgastlenkung und Zugabfertigung.

 

Grundqualifikation „Berufskraftfahrer“ (IHK)

An Bewerber, die bereits einen Lkw- oder Personenbeförderungsschein besitzen, richtet sich die Grundqualifikation „Berufskraftfahrer“ (IHK). Bei einer Dauer von 9 Monaten richtet sie sich an Bewerber ab 21 Jahren. Die „beschleunigte Grundqualifikation, Dauer 6 Monate, setzt ein Mindestalter von 23 Jahren voraus.

 

Voraussetzungen für die Umschulung zum Busfahrer/ zur Busfahrerin

Wer eine der 2- bis 3jährigen Qualifikationen anstrebt, muss zu Beginn der Ausbildung mindestens volljährig sein. Gefordert wird zudem mindestens der Hauptschulabschluss, von vielen Arbeitgebern auch der Realschulabschluss. Hauptsächlich verlangen Ausbildungsanbieter aber eine erfolgreiche MPU (Medizinisch-psychologische Untersuchung). Auch ein augenärztliches Zeugnis sollte vorliegen.

Vorausgesetzt werden zudem:

  • schnelle Reaktionsfähigkeit
  • gute Kommunikationsfähigkeit
  • Spaß an der Arbeit mit Menschen)
  • technisches Verständnis
  • Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten.

 

Die Finanzierung der Umschulung zum Busfahrer

Als Umschüler im Betrieb erhalten Sie von Beginn Ihrer Ausbildung an Lehrgeld. Lehrgangskosten können als Bildungsgutschein bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter beantragt werden. Über weitere Förderungsmöglichkeiten klärt Sie die ARGE auf: So können Lehrgangskosten, Fahrt- und Unterbringungskosten für auswärtige Maßnahmen beantragt werden. Voraussetzung ist, dass die ARGE die Maßnahme als notwendig und erstattungsfähig anerkennt.

 

Welche Ausbildungsanbieter gibt es?

Wer sich zum Busfahrer umschulen lassen möchte, bewirbt sich am besten in einem Ausbildungsbetrieb. Besonders die örtlichen Verkehrsbetriebe, die Deutsche Bahn und weitere Verkehrsunternehmen suchen Auszubildende. .

Alternativ dazu ist eine Umschulung bei anerkannten Bildungsträgern möglich, etwa bei:

  • der Berufskraftfahrer-Akademie-Nord
  • der DEKRA-Akademie
  • dem TÜV Nord/Süd

und anderen Anbietern.

 

Die Seite Kursnet.de der Arbeitsagentur verzeichnet alle laufenden Umschulungsangebote für Busfahrer/innen. Über alle Fragen zum Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz informiert dieses Forum