Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in

Fahrlehrer/innen sind gesucht: Denn über die Hälfte aller derzeitigen Fahrlehrer ist über 50 und wird demnächst in Rente gehen. Erfahrene Fahrer/innen, die sich zum Fahrlehrer/ zur Fahrerlehrerin umschulen lassen, haben deshalb beste Anstellungschancen.

 

Wie sieht die Tätigkeit eines Fahrlehrers/ einer Fahrlehrerin aus?

Geduldig sind immer wieder einfachste Abläufe wie das Blinken und der Schulterblick zu vermitteln. Auch nach mehreren Fehlanläufen beim Anfahren, Kuppeln und Blinken darf der/die Fahrlehrer/in mit seinem Schüler nicht die Geduld verlieren. Und selbst im Feierabendverkehr, nachts und auf Autobahnen gilt es, entspannt die wichtigen Fahrtabläufe zu trainieren, wobei die Fahrzeug- und Insassensicherheit oberste Priorität hat: Das ist Fahrschule.

Wer sich dies zutraut, wer fahrerisch und technisch versiert ist und zudem bereit, vor Gruppen zu reden (denn die Theorieschulung findet immer noch in der Fahrschule statt), ist eventuell ein aussichtsreicher Kandidat für die Fahrlehrer-Umschulung. Haben Sie Lust auf die Arbeit mit jungen Menschen? Trauen Sie sich zu, Ihre Schüler/innen bis in die Fahrprüfung zu begleiten? Dann ist die Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in für Sie geeignet.

 

Die Zukunftsaussichten für Fahrlehrer/innen

Trotz Fahrsimulatoren, selbstfahrender Busse und Carsharing: Fahrlehrer/innen sind gefragt. Rund 1,7 Mio. Fahrschüler meldeten sich 2020 bei TÜV und DEKRA zur Führerscheinprüfung an – und ohne Fahrschulbesuch ist dies nicht möglich. Die Umschulung zum Fahrlehrer/ zu Fahrlehrerin (noch sind nur 9 % aller Lehrer/innen weiblich) ist also zukunftsträchtig, auch für ältere Einsteiger/innen.

Fahrlehrer/innen können ihre eigene Fahrschule gründen, sich auf Busse, LKWs oder Motorräder spezialisieren und/oder selbst Ausbildungsfahrlehrer werden. Falls sie die Arbeit im Verkehrs- und Transportgewerbe reizt, können sie später einen IHK-Abschluss zum Fachwirt für Verkehr erwerben. Und wen eine Karriere im ÖPNV interessiert, der kann ein Studium der Verkehrsbetriebswissenschaft oder der Fahrzeugtechnik anschließen.

 

Die Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in: Dauer, Inhalte und Kosten

Mit 12 bis 15 Monaten Dauer ist die Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in eine der kürzeren Ausbildungen in Deutschland. Inhaltlich und praktisch ist sie dennoch sehr fordernd, vor allem im Vergleich mit den Fahrlehrerausbildungen anderer europäischer Länder. Die Fahrlehrerausbildungsordnung sieht folgende Ausbildungsphasen vor:

1. Die Ausbildung für die Fahrlehrerlaubnis BE (12 Monate) Phase 1:

  • 1-monatige Theorieeinführung am Verkehrsinstitut
  • 2-wöchiges Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule.
  • fahrpraktische Prüfung
  • 7-monatige Ausbildung am Verkehrsinstitut (32 Stunden/Woche)
  • Schriftliche und mündliche Sachkundeprüfung: Sie führt zur Anwärterbefugnis BE mit 2 Jahren Gültigkeit.

 

2. Die Ausbildung für die Fahrlehrerlaubnis BE Phase 2:

  • 4 Monate Hospitanz bei einer Ausbildungsfahrschule (Arbeitszeit in der Assistenz und Unterrichtung von Fahrschüler/innen: 20 bis 40 Wochenstunden)
  • Im 2. Ausbildungsmonat: 2-tägiges Reflektionsseminar
  • Am Ende der Hospitanz: 1-wöchiges Abschlusseminar im Verkehrsinstitut.

 

Anschließend findet die theoretische und praktische Lehrprobe mit eigenen Fahrschüler/innen in der Ausbildungsfahrschule statt. Nach bestandener Prüfung erhalten die Umschüler/innen ihre Fahrerlaubnis BE.

Optional ist danach die Erweiterung der Fahrlehrererlaubnis auf die Klassen A (Motorradführerschein, Dauer 1 Monat), CE (Nutzfahrzeuge-Fahrerlaubnis) bzw. DE (Fahrerlaubnis für den Personenverkehr, Dauer je 2 Monate).

Die Fahrlehrer BE-Ausbildung umfasst folgende Fächer:

  • Verkehrsverhalten (eigenes, Fahrschüler)
  • Gefahrenlehre, Gefahrenabwehr
  • Recht (verschiedener Verkehrsteilnehmer, Umweltrecht)
  • Technik (Fahrzeugtechnik, Kraftstoffe, Kfz-Wartung, Verkehrssicherheit)
  • Methoden der Ausbildung und Weiterbildung
  • Erziehung (Erwachsenenpädagogik, Lernpsychologie) und den Komplex
  • Umweltschutz.

 

Insgesamt kostet die Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in, je nach Dauer und Vertiefung, zwischen 6.000,– und 12.000,– Euro. Die Prüfungskosten betragen weitere 1.000,– Euro.

 

Voraussetzungen für die Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in

Die Fahrerlaubnis BE erhält, wer:

  • mindestens 21 Jahre alt ist
  • körperlich und geistig geeignet ist (Arztattest)
  • fachlich und pädagogisch als geeignet erscheint
  • Deutsch in Wort und Schrift beherrscht
  • mindestens einen Hauptschulabschluss vorweist und
  • einen anerkannten Berufsabschluss vorweist (außer er/sie bewirbt sich mit Fachabitur, kann eine Selbstständigkeit vorweisen oder die Unteroffizierslaufbahn). Hintergrund hierfür ist die Vorbildfunktion, die der Fahrlehrer gegenüber seinen Schüler/innen einnehmen soll.)

 

Zusätzlich muss er/sie mindestens seit 3 Jahren die Fahrerlaubnis der Klasse B und, wenn die Fahrlehrerlaubnis für die Klasse A, CE bzw. DE angestrebt wird, je zwei Jahre die Fahrerlaubnis der Klassen A2, CE bzw. DE besitzen. Eine entsprechende Fahrpraxis ist nachzuweisen.

Seit 2018 müssen Fahrlehrer/innen alle fünf Jahre erneut ein ärztliches bzw. augenärztliches Attest beibringen und auf Verlangen der Behörden ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis.

 

Wieviel verdient man als Fahrlehrer/in?

Fahrlehrer/innen verdienen, je nach Bundesland und Anstellung, zwischen 2.500,– und 3.200,– Euro brutto monatlich. Langjährige Fahrlehrer/innen und Selbstständige verdienen bis zu 4.500,– Euro brutto.

 

Finanzierungsmöglichkeiten der Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in

Sofern Sie über eine anerkannte Erstausbildung verfügen, können Sie die Fahrlehrer/innen-Umschulung über das Aufstiegs-BAföG finanzieren. Arbeitssuchenden und Anwärter/innen, die ihre Qualifizierung nachholen, gewähren die Arbeitsagenturen bzw. Jobcenter eine Förderung über den Bildungsgutschein. Frühere Zeitsoldaten fördert der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD), Rehabilitanden die Rentenversicherung.

 

Anbieter der Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in

Wer Fahrlehrer/in werden will, muss sich bei einem der ca. 50 bundesweit anerkannten Ausbildungszentren bewerben. Die aktuelle, vollständige Liste der Fahrlehrer-Ausbildungsstätten erhalten Sie bei der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände.

Über aktuelle Qualifizierungsangebote zu den einzelnen Fahrzeugklassen informiert sie das Kursnet der Agentur für Arbeit.

 

Alternativen zur Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in

Die vermeintlich hohen Ausbildungshürden und -gebühren brachten in den letzten Jahren Bewerber/innen auf den Gedanken, sich im EU-Ausland, etwa in Malta oder Österreich, als Fahrlehrer/innen zu qualifizieren, um anschließend ihre Ausbildungsberechtigung in Deutschland einzufordern: ohne Erfolg.

 

Wer eine Umschulungsalternative anstrebt, sollte deshalb überlegen, ob er nicht lieber

  • Berufskraftfahrer/in
  • Taxifahrer/in
  • Auslieferungsfahrer/in oder
  • Fahrer/in für Express- bzw. Postdienstleistungen werden will.

 

Andere Möglichkeiten sind die 3-jährige (verkürzt: 2-jährige) Umschulung zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei den Bahnbetrieben und den regionalen Verkehrsunternehmen, zum Disponenten/ zur Disponentin oder Mitarbeiter/in im Fahrgastservice.

 

Fahrlehrer/in im Fernstudium?

Während digitale Lernhilfen im Fahrschulalltag präsent sind, ist die Umschulung zum/zur Fahrlehrer/in online nicht möglich. Hilfreich ist jedoch das von der Wilhelm Büchner-Hochschule angebotene Fernstudium Fahrzeugtechnik.

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