Umschulung zum Industriekaufmann/ zur Industriekauffrau

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Industriekaufleute sind nach erfolgreicher Ausbildung bzw. Umschulung die klassischen Allrounder. Sie sind in jeder Abteilung eines produzierenden Unternehmens zu finden und haben dementsprechend die unterschiedlichsten Aufgabengebiete. Was allerdings keinem (angehenden) Industriekaufmann fehlen sollte, sind gute Kenntnisse in Deutsch, Englisch und Mathematik.

 

Nach der Umschulung: Berufsbild von Industriekaufleuten

Je nach Einsatzabteilung kann sich das Berufsbild von Industriekaufleuten stark unterscheiden. Sie sind sowohl im Einkauf, in fertigungsnahen Bereichen als auch im Vertrieb zu finden. Aber auch als Assistenz oder Beratung der Geschäftsführung können Industriekaufleute eingesetzt werden. Als Industriekaufmann oder -frau ist man nach erfolgreicher Umschulung sowohl in kleinen und mittelständischen Unternehmen als auch in großen Konzernen gefragt. Typische Aufgaben sind zum Beispiel Kalkulationen, Preisverhandlungen oder Investitionsrechnungen. Im Einkauf sind dies zum Beispiel Verhandlungen mit Lieferanten oder die Ermittlung der sinnvollsten Finanzierung von Rohmaterialien. In fertigungsnahen Bereichen sind vorwiegend die Berechnung und Optimierung von Maschinen- und Personalkosten relevant und im Vertrieb Kalkulationen über die Preisspanne der zu verkaufenden Produkte.

Da heutzutage ein Großteil der Unternehmen international tätig ist, wird es immer wichtiger, Englisch zu sprechen, um mit Lieferanten, Kunden, aber auch internen Partnern kommunizieren zu können. Entsprechend des Aufgabenfelds sind Industriekaufleute vorrangig im produzierenden Gewerbe anzusiedeln.

 

Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten von Industriekaufleuten

Einerseits werden immer mehr deutsche Produktionsstätten ins Ausland verlagert, sodass sich auch der Bedarf an fertigungsnahen Berufen wie Industriekaufleuten in Deutschland reduziert. Andererseits hat man als Industriekaufmann/ -frau nach erfolgreicher Umschulung durch die breit gefächerte Ausbildung eine solide Grundlage, um sich im Zweifel schnell in andere Bereiche umorientieren zu können. Dementsprechend ist der Beruf auch in Zukunft weiterhin gefragt.

Das Gehalt von Industriekaufleuten hängt stark davon ab, in welcher Branche man arbeitet und welche Position man dort innehat. Die meisten produzierenden Gewerbe sind an Tarife gebunden, hier lohnt sich also ein Blick in das jeweilige Tarifregister der Bundesländer, beziehungsweise in den konkreten Tarifvertrag. Im Schnitt sind Gehälter von ca. 2.000 bis 3.500 Euro brutto pro Monat möglich.

 

Ausbildung und Umschulung zum Industriekaufmann

Angehende Industriekaufleute unterziehen sich normalerweise einer betrieblichen Ausbildung, die in der Regel 3 Jahre dauert. Häufig wird die Ausbildung im Rahmen eines dualen Studiums – meist in der Fachrichtung der (internationalen) Betriebswirtschaftslehre – angeboten. Dabei kann sich die Ausbildungsdauer verlängern, jedoch auch das Gehalt erhöhen. Während der Ausbildung/ Umschulung werden verschiedene Abteilungen entlang der Wertschöpfungskette sowie in zentralen Funktionen, wie zum Beispiel dem Rechnungswesen, durchlaufen. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer Prüfung durch die jeweilige Industrie- und Handelskammer. Neben den fachlichen Inhalten wird in der Berufsschule meist auch Englisch unterrichtet. Die Voraussetzungen sind meist die allgemeine Hochschulreife oder ein vergleichbarer Schulabschluss sowie eine gute Ausdrucksweise in Deutsch und Englisch und gute Kenntnisse in Mathematik.

Neben der Erstausbildung ist es möglich, sich zum/ zur Industriekaufmann/ -frau umschulen zu lassen. Dauer und Aufwand der Umschulung reichen von sogenannten Zertifikatskursen, die lediglich einige Wochen dauern, bis hin zu einer zweijährigen Schulung, wie sie beispielsweise vom Institut für berufliche Bildung angeboten wird. Solche Weiterbildungen werden als Fernkurse, Vollzeitkurse sowie Abend- und Wochenendlehrgänge angeboten, zum Beispiel durch die Wirtschaftsakademie am Ring in Köln als zweijähriges Abendschulprogramm. Am Ende ist jeweils eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer abzulegen. Detaillierte Informationen zum Inhalt und Verlauf der Ausbildung oder Umschulung zum Industriekaufmann können bei den jeweiligen Industrie- und Handelskammern eingesehen werden.
 

Für wen ist eine Umschulung zum Industriekaufmann geeignet?

Rechtlich gibt es keine formalen Voraussetzungen, um an einem Weiterbildungsprogramm teilnehmen zu dürfen. Um Industriekaufmann oder -frau zu werden, sollte grundsätzlich ein kaufmännisches Interesse bestehen. Trotz der vielfältigen Einsatzbereiche ist ein mathematisches Grundverständnis in so gut wie allen Fällen unabdingbar. Außerdem ist ein breit gefächertes Interesse von Vorteil. Vor allem Kommunikation, Sprachen und ein gewisser Grad an technischem Interesse an dem Produkt, das der entsprechende Betrieb herstellt, sind wichtig.

Leichter zu meistern wird eine Umschulung für Menschen, die bereits im kaufmännischen Bereich berufstätig sind, es können sich jedoch auch Menschen für den Beruf des Industriekaufmanns eignen, die zuvor in anderen Bereichen des Unternehmens gearbeitet haben, beispielsweise direkt in der Fertigung oder als Techniker für ein spezielles Fachgebiet.

 

Alternative zur Umschulung: Fernstudium in der Industriebetriebslehre

Alternativ zum durch die Industrie- und Handelskammern geprüften Ausbildungsberuf kann sich ein Fern- oder Abendstudium als Umschulung oder Weiterbildung anbieten. Durch die unzähligen Einsatzbereiche von Industriekaufleuten ist auch den möglichen Studiengängen keine Grenze gesetzt.

Beispiele sind:

  • Betriebswirtschafslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • International Business/ Management
  • Logistik

Je nachdem, in welcher Branche man aktuell tätig ist oder man sich entwickeln möchte, können sich jedoch auch Kombinationen auch Wirtschaft und Informationstechnologie oder aus Wirtschaft und Technik anbieten.

 

Finanzielle Förderung der Ausbildung zum Industriekaufmann

Die Erstausbildung finanziert sich oft bereits durch das Ausbildungsgehalt, da es sich um eine gewerbliche Ausbildung handelt. Zusätzlich dazu kann bis zu einem gewissen Einkommen BAföG beantragt werden.
Eine Umschulung ist – sofern der jeweilige Bildungsträger zertifiziert ist – für die Teilnehmer kostenlos. Eine Übernahme der Kosten ist über die folgenden Institutionen möglich:

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Jobcenter
  • Rentenversicherung

Auch ein berufsbegleitendes Präsenz- oder Fernstudium kann zum einen durch eine monatliche Ratenzahlung über die Hochschule und zum anderen über BAföG finanziert werden. Außerdem kann es sich lohnen, sich über verfügbare Stipendien zu informieren und gegebenenfalls zu bewerben. Kosten für das Fernstudium können zudem als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden.