Umschulung zum Lokführer/ zur Lokführerin

Lokführer – Ihr Kindheitstraum? Dann wird es aber jetzt Zeit dafür.

LokführerIn ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Triebwagenführer oder die Triebwagenführerin, sie sitzen in den Lokomotiven bzw. Triebwagen am äußeren Ende des Zuges. Sie steuern diese Wagen täglich über tausende Kilometer Schienennetz, sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr. Lokführer werden ausgebildet, um Personen und Güter sicher und pünktlich ans Ziel zu bringen, damit übernehmen sie einige wichtige Rolle in den öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem in Deutschland bei dem Marktführer Deutsche Bahn.

 

Das Arbeitsumfeld der Lokführer

Die Aufgaben der Lokführer teilen sich in zwei Hauptgebiete auf: Der Güterverkehr und der Personen- bzw. Nahverkehr. Im Güterverkehr werden Waren entweder zur Weiterverarbeitung transportiert oder von einem Zwischenhändler zum nächsten Abnehmer gebracht, darunter fallen alle möglichen Artikel, wie z. B. Metalle, Elektronik, Lebensmittel oder Autos. Auch im Bergbau können Lokführer Arbeit finden, sie bewegen dann die kleineren Modelle für den Transport von Kohle oder Edelmetallen zu ihrer Verarbeitungsstätte.

Die Tätigkeit im Personenverkehr beinhaltet nicht nur das Führen der Triebwägen, sondern auch Überprüfung der Bedingungen vor Fahrtantritt, Auffüllen der notwendigen Mittel wie beispielsweise Sand, das Durchgeben der allseits bekannten Zugansagen und die regelmäßige Durchführung von Bremsproben, um die Sicherheit des Wagens in Bezug auf Abbremsen und Beschleunigung zu testen. Manchmal werden auch Kontrollen im Zug übernommen, auch die Einarbeitung neuer Kollegen gehört zu den täglichen Aufgaben eines Triebwagenführers.
 

Die zukünftigen Berufsaussichten für LokführerInnen

Zwar sind der Bergbau und der Abbau von Erzen und Metallen in Deutschland und dem größten Teil Europas auf dem Rückzug, durch die Lage im Herzen des Kontinents kommt der Bundesrepublik Deutschland jedoch eine besondere Rolle im Transport von Personen und Gütern zu: Viele Reisende und viele Ladungen durchqueren Deutschland oder werden hier verladen. Da die Deutsche Bahn mit 98 % Abdeckung im Schienenverkehr ein Quasi-Monopol für Bahnverbindungen besitzt, ist der Beruf des Lokführers weiterhin wichtig und wird auch in der Zukunft gebraucht.

Auch wenn die Technologisierung fortschreitet und maschinelle Komponenten in Zukunft noch mehr Aufgaben übernehmen werden, handelt es sich beim Beruf des Lokführers um einen Bereich, in dem richtiges Abwägen und sekundenschnelles Handeln lebensentscheidend sein kann. Deswegen werden Züge im Personen- oder Güterverkehr vermutlich noch lange nicht vollautomatisch betrieben werden können.
 

Die Ausbildung zum Lokführer/ zur Lokführerin

Um Lokführer zu werden, muss eine reguläre dreijährige Ausbildung absolviert werden. Sie ähnelt dem dualen Studium und beinhaltet in regelmäßigen Abständen praktische Phasen im Unternehmen, die von theoretischen Lehrgängen an Fachhochschulen ergänzt werden. Dort werden unter anderem technische Prozesse, Schalter- und Betriebssysteme sowie Eigenschaften der Gleise und Schienen behandelt.

Der größte Ausbilder für Lokführer ist die Deutsche Bahn, aber auch andere Schienengesellschaften wie z. B. die Verkehrsgesellschaften von München, Hamburg oder dem Rhein-Gebiet.
 

Wer eignet sich für die Umschulung zum Lokführer?

Grundbedingungen für diese Ausbildung ist ein ausgeprägtes Interesse für technische Prozesse und Abläufe, Zuverlässigkeit, hohe Arbeitsmotivation und ein gutes Koordinationsvermögen. Auch in überraschend eintretenden Situationen müssen Lokführer einen kühlen Kopf bewahren und in kurzer Zeit die richtigen Entscheidungen treffen.
Die allgemeine Voraussetzung für eine Umschulung ist zudem ein mittlerer Schulabschluss, auch Abiturienten werden gerne angenommen. Aufgrund der speziellen Anforderungen des Berufs müssen außerdem vor dem Antritt der Ausbildung folgende Tests erfolgreich bestanden worden sein:

  • Sehtest (Sehstärke und Farbwahrnehmung
  • psychologischer Eignungstest
  • negativer Drogentest
  • grundlegender Bewegungstest (keine Behinderungen bei Gehen oder Stehen)

Durch den dualen Aufbau müssen Anwärter etwa alle drei Monate ihren Wohnort wechseln, manchmal besteht auch die Notwendigkeit eines Umzuges, etwa wenn personelle Kapazitäten von anderen Standorten der Verkehrsgesellschaft aufgefüllt werden müssen. Auch der Schichtdienst ist ein zu beachtender Faktor, an Wochenenden und Feiertagen müssen die Züge ebenso bedient werden wie nachts oder am frühen Morgen.
 

Der Quereinstieg in den Beruf des Lokführers als Alternative

Für alle, die nach einer bereits abgeschlossen Ausbildung den Wunsch haben im Schienenverkehr tätig zu werden, gibt es neben der regulären dreijährigen Ausbildung noch eine weitere Möglichkeit: Den Quereinstieg. Hier werden von der Deutschen Bahn oder den Verkehrsgesellschaften mehrmonatige Weiterbildungen angeboten, diese dauern – je nach Vorkenntnissen und individueller Beurteilung – zwischen 4 bis 2ß Monate. Die Weiterbildungen werden von erfahrenen Triebwagenführern durchgeführt, die dort komprimiert das notwendige Wissen weitergeben, am Ende stehen Prüfungen in Praxis und Theorie.

Standorte dieser Weiterbildungen und Schulungen zum Lokführer sind zum Beispiel:

  • MEV Lokführerschule in Mannheim, Berlin oder Essen
  • Schulungszentren der Deutschen Bahn (u. a. Hamburg und München)
  • SES Horst

 

Wie steht es um die Finanzierung während der Umschulung?

Wer die vollständige Ausbildung bei einer der Verkehrsgesellschaften absolviert, erhält während der gesamtem Ausbildung – sowohl in den Theorie- als auch in den Praxisphasen – ein Gehalt. Dieses beläuft sich auf etwa 750,- € brutto im ersten, 780,- € brutto im zweiten und rund 850,- € brutto im dritten Jahr. Dazu kommen Sonderzuschläge für Nachtdienste, Feiertagsarbeit und Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld.

Die Umschulung mit kürzerer Dauer wird nur bei Arbeitgebern wie der Deutschen Bahn gleichzeitig vergütet. Wer privat umsatteln möchte und sich dafür nicht gleich ein Zielunternehmen suchen möchte, muss alle Kosten für die Weiterbildung selbst tragen. Da jedoch eine abgeschlossene Berufsausbildung für den Quereinstieg notwendig ist, kann Bafög für die Umschulung beantragt werden, auch Studien- oder Ausbildungskredite werden hierfür gewährt. Nach dem Abschluss der Ausbildung steigen umgeschulte Lokführer auf der gleichen Verdienstebene ein wie die Kollegen, die eine dreijährige Ausbildung absolviert haben.
 

Das Gehalt nach der Umschulung zum Lokführer

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung oder des Quereinstieges ist die Vergütung der Triebwagenführer durch Tarifverträge geregelt. Diese werden regelmäßig neu verhandelt und binden dabei die Gewerkschaft der Zug- und Lokführer mit ein, von Lohnerhöhungen profitieren dann alle Direktangestellten der Branche.
Das Einstiegsgehalt für LokführerInnen liegt zwischen 2.430,- € und 2.709,- €brutto, dazu kommen die außertariflichen Zuschläge für Nacht- und Feiertagsschichten sowie die Sonderzahlungen des Arbeitgebers.

Durch regelmäßige Weiterbildungen (wie zum Beispiel zum Ausbildungslokführer oder Gruppen- bzw. Teamleiter an einem größeren Standort) steigt das Gehalt weiter. Auch ein Hochschulstudium bei größeren Unternehmen oder eine Meisterschule sind im Anschluss an die Ausbildung möglich.