Umschulung zum/ zur Verwaltungsfachangestellten

Verwaltungsfachangestellte müssen sehr organisiert und diszipliniert sein.

Verwaltungsfachangestellte/r – ein Beruf mit Zukunft

Warum eine Umschulung zum/ zur Verwaltungsfachangestellten? Verwaltungsfachangestellte arbeiten in öffentlichen Verwaltungen, das sind viel mehr als die Stadt- und Kreisverwaltungen. Arbeitsagenturen, Ministerien, Landes- und Bundesämter aber auch Universitäten und Hochschulen sind Arbeitsorte für Verwaltungsfachangestellte. Allein in Berlin gibt es 36 Bürgerämter. Das zeigt, wie hoch der Bedarf an Fachkräften dieser Berufsgruppe ist. Die Aufgabenbereiche der Verwaltungsfachangestellten sind ausgesprochen vielfältig. Je nachdem, in welchem Fachamt du eingesetzt wirst, stellt sich dein Aufgabengebiet dar.

Verwaltungsfachangestellte sind Ansprechpartner für Bürger und arbeiten mit den Mitarbeitern anderer öffentlicher Einrichtungen eng zusammen. Verwaltungsfachangestellte sind Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes.

Zu den Aufgaben eines Verwaltungsfachangestellten gehört:

  • Beratung von Bürgern zu Fachthemen wie Abfallrecht, Ordnungsrecht, Personenstandsrecht usw.
  • Bearbeitung von Anträgen, z. B. in den Bereichen Jugendhilfe, Sozialhilfe, Kfz-Zulassung, Asyl, Bau
  • Arbeitsverwaltung, Arbeitsförderung
  • Prüfung der Einhaltung von Vorschriften, z. B. Hygienevorschriften in der Gastronomie
  • Organisation von Veranstaltungen
  • Bearbeitung von Personalangelegenheiten, Gehaltsabrechnungen
  • Bearbeitung von Steuerfragen
  • Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen Verwaltungen

Wo arbeiten Verwaltungsfachangestellte?

Die Einsatzmöglichkeiten für ausgebildete Verwaltungsfachangestellte sind vielfältig. Sie können in allen öffentlichen Verwaltungen eingesetzt werden, das sind Hochschulen , Universitäten, Kommunalverwaltungen, Landesverwaltungen, Bundesverwaltungen, Ministerien, Arbeitsagenturen u. a. Eine interessante Alternative bildet die Arbeit in der Ausbildung junger Menschen.

Die beruflichen Aussichten für Verwaltungsfachangestellte

Die Berufsaussichten für Verwaltungsfachangestellte sind ausgezeichnet. Grund dafür ist vor allem das hohe Durchschnittsalter in öffentlichen Verwaltungen. In den kommenden Jahren werden überproportional viele Mitarbeiter in Rente gehen, so dass trotz notwendiger Einsparungen viele offene Stellen verfügbar sein werden.
Auch der Zuzug von Flüchtlingen ist ein Grund für den steigenden Bedarf in den Sozialverwaltungen und in den Behörden, die sich mit Asylfragen beschäftigen.

Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung oder Umschulung zum/ zur Verwaltungsfachangestellten

Wer eine Ausbildung/ Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten plant, benötigt einen guten Sekundarschulabschluss. Bewerber mit Abitur oder Fachabitur haben höhere Chancen. Bewerber, die eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung nachweisen können, können sich auch bewerben.
Wichtig sind gute Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie gutes analytisches Denken.

Ein Großteil deiner Arbeit wird sich mit dem Erstellen von Berichten, Bescheiden, Pressemitteilungen und dem Schriftverkehr mit Bürgern beschäftigen, daher sind gute orthografische und grammatikalische Kenntnisse sowie Erfahrungen im Umgang mit den üblichen Computerprogrammen von Vorteil. Diese Kenntnisse werden im Bewerbungsverfahren getestet.

Ausbildung und Umschulung zum/ zur Verwaltungsfachangestellten

Die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten ist eine dreijährige duale Ausbildung. Während der theoretische Unterricht in Berufsfachschulen durchgeführt wird, finden die Praxisanteile in der öffentlichen Verwaltung statt. Auf Grund der ausgezeichneten Berufschancen lohnt sich eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten. Für Umschulungen gelten die gleichen Zugangsvoraussetzungen wie für eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Von Vorteil sind Erfahrungen im Verwaltungsbereich. Ausgebildete Bürofachkräfte oder Bankkaufleute haben gute Voraussetzungen für diese Umschulung.

Auch Abschlüsse in verwaltungsfremden Bereichen können von Vorteil sein, zum Beispiel hat eine Arzthelferin gute Chancen, nach einer Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten eine Anstellung in einem Gesundheitsamt oder in ähnlichen Bereichen zu finden. Verwaltungsfachangestellte haben in den meisten Bereichen Bürgerkontakt. Wer sich für die Ausbildung/ Umschulung interessiert, sollte sich dessen bewusst sein. Kontaktfreudigkeit und Empathie gehören zu den Grundvoraussetzungen für dieses Berufsbild.

Inhalte und Länge der Umschulung

Die Umschulung zum Erzieher umfasst je nachdem, ob Vorkenntnisse aus ähnlichen Berufen vorhanden sind, bis zu drei Jahre. Bei Vorliegen von Berufsabschlüssen in artverwandten Berufen, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden. Im zweiten Ausbildungsjahr findet die Zwischenprüfung statt.
Ausbildungsinhalte sind:

  • Grundlagen der Kommunal-, Landes-, Bundes- und Kirchenverwaltungen
  • Haushalts- und Kassenrecht
  • Sozialrecht
  • Personenstandswesen
  • Planung von Arbeitsprozessen
  • Grundlagen der Kommunikation

Im praktischen Teil wirst du die Aufgaben der wichtigsten Ämter direkt vor Ort kennenlernen. Alle praktischen Arbeiten sind im Berichtsheft zu dokumentieren.

Die Verdienstmöglichkeiten

Die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten ist eine duale Ausbildung, so dass während der Ausbildung eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Diese richtet sich nach dem Ausbildungsbetrieb und den geltenden Tarifverträgen. Im ersten Ausbildungsjahr werden ca. 900 EUR gezahlt, im dritten Ausbildungsjahr sind es etwa 1100 EUR. Für die Teilnahme an einer Umschulung wird die Finanzierung bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit oder bei beruflicher Rehabilitation von der Rentenversicherung übernommen. Bei Vorliegen einer beruflich bedingten Vorerkrankung kann die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten über die Berufsgenossenschaft finanziert werden.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung oder Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten ist die Höhe des Gehaltes abhängig vom Tarifvertrag des Arbeitgebers, es gibt Unterschiede zwischen den Bundesländern und zwischen Kommunal-, Landes- und Bundesverwaltungen. Der durchschnittliche Verdienst beträgt 2000 bis 3000 EUR brutto im Monat. In den meisten Fällen ist die Zahlung von Weihnachtsgeld tariflich geregelt.
Veraltungsfachangestellte mit einigen Jahren Berufserfahrung können ihre Verdienstmöglichkeiten durch Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen erhöhen.

Anbieter der Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten

Eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten kann in jeder öffentlichen Verwaltung sowie in kirchlichen Institutionen erfolgen. Umschulungen werden z. B. über die
Deutsche Angestellten Akademie in zahlreichen Städten angeboten
oder über die Studieninstitute der einzelnen Bundesländer, wie z. B. das Studieninstitut Sachsen.

Alternativen zur Umschulung

Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung ist es möglich, als Quereinsteiger Fuß zu fassen. Berufserfahrene aus artverwandten Berufen wie zum Beispiel der Fachkräfte aus Handwerk oder Industrie, Fachkräfte aus sozialen Bereichen oder IT-Spezialisten können eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung finden. Durch das Absolvieren von Weiterbildungen können Quereinsteiger ihre Fähigkeiten und ihr Wissen erweitern.
Des Weiteren ist es möglich, bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen, die Beschäftigtenlehrgänge 1 und 2 berufsbegleitend zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfungen sind die Abschlüsse gleichrangig mit dem Berufsabschluss der Verwaltungsfachangestellten und eröffnen ein großes Einsatzgebiet im öffentlichen Dienst.

Das Fernstudium

Den Abschluss des „Verwaltungsfachangestellten“ im Fernstudium zu erlangen, ist kaum möglich. Dagegen wird ein Fernstudium zum Verwaltungsfachwirt an allen Hochschulen angeboten, die sich auf die öffentliche Verwaltung spezialisiert haben.