Weiterbildung (Ausbildung) zum/ zur Werkstoffprüfer/in

Um die Qualifikation zum Werkstoffprüfer zu erhalten ist eine duale Ausbildung notwendig. So gibt es keine Weiterbildung, die zum Werkstoffprüfer qualifiziert. Neben der regulären Ausbildung besteht jedoch auch die Möglichkeit einer Umschulung zum Werkstoffprüfer. Aus diesem Grund beziehen sich alle nachfolgenden Ausführungen auch auf die Ausbildung zum Werkstoffprüfer und nicht auf eine Weiterbildung.

Die Ausbildung zum Werkstoffprüfer hat eine Dauer von 3,5 Jahren und seit 2013 besteht die Möglichkeit sich für einen der folgenden vier Schwerpunkte zu entscheiden, was abhängig von der Branche des Lehrbetriebes ist: Systemtechnik, Wärmebehandlungstechnik, Kunststofftechnik und Metalltechnik. Früher gab es statt der Systemtechnik und der Kunststofftechnik noch den Schwerpunkt Halbleitertechnik, der seit 2013 entfallen ist.

Im Rahmen der Ausbildung werden die Auszubildenden darin qualifiziert Werkstoffe zu analysieren in dem sie diese selbstständig untersuchen und lernen die Eigenschaften der Stoffe durch verschiedene Techniken zu verändern. In welchem Bereich der Industrie Werkstoffprüfer arbeiten ist abhängig von dem gewählten Schwerpunkt. Der Schwerpunkt Kunststofftechnik qualifiziert beispielsweise zu Tätigkeiten in kunstofferzeugenden oder kunstoffverarbeitenden und weiterverarbeitenden Unternehmen.

 

Für welche Berufe bietet sich eine Aus-/Weiterbildung zum/ zur Werkstoffprüfer/in an?

Es gibt keine allgemeinen Voraussetzungen für diese Ausbildung, wobei viele Betriebe mindestens den Hauptschulabschluss oder auch die mittlere Reife erwarten. Für diese Ausbildung sollten Bewerber gute Noten in Physik, Mathematik und Chemie mitbringen, sowie Interesse an technischen Vorgängen und handwerkliches Geschick besitzen.

 

Aufbau und Inhalt der Weiterbildung

Bei der Ausbildung zum Werkstoffprüfer handelt es sich um eine duale Ausbildung, das bedeutet ein Großteil der Vermittlung von Wissen findet in Betrieben statt. Die Berufsschulen, die in Teilzeit besucht werden, dienen in erster Linie dazu theoretische Kenntnisse zu vermitteln. Die Inhalte der Ausbildung sind je nach gewähltem Schwerpunkt unterschiedlich. Zentrale Inhalte sind beispielsweise die Beurteilung verschiedener Werkstoffe nach verschiedenen Eigenschaften und die Unterscheidungsmöglichkeiten von Herstellungsverfahren, wie beispielsweise Gießen, Schmieden oder Walzen.

Darüber hinaus erlangen die Auszubildenden Informationen über physikalische Grundlagen der verschiedenen Prüfverfahren und wie Prüfverfahren mit welchen Mitteln durchzuführen sind. Dabei spielt auch die Prüfungsdokumentation sowie die Bewertung der Prüfergebnisse eine entscheidende Rolle. Auch die Pflege der Geräte sowie Informationen zum Arbeitsschutz sind Inhalte der Ausbildung.

 

Berufliche Möglichkeiten für Werkstoffprüfer/innen

Je nach gewähltem Schwerpunkt arbeiten Werkstoffprüfer in verschiedenen Unternehmen aus der Elektro-, Chemie oder Metallindustrie. Darüber hinaus sind sie oftmals auch bei Materialprüfämtern, Forschungsinstituten oder Werkstoffprüfanstalten angestellt.

 

Anbieter der Weiterbildung

Die folgenden Informationen beziehen sich lediglich auf die Berufsschulen in denen die Ausbildung in Teilzeit, neben der betrieblichen Ausbildung, absolviert wird. Dabei bietet nicht jede Berufsschule jeden Schwerpunkt an.

  • Cuno Berufskolleg für Technik der Stadt Hagen: Werkstoffprüfer/-in in Hagen – zur Webseite
  • G1 Staatliche Gewerbeschule Stahl- und Maschinenbau: Werkstoffprüfer/in Fachrichtung Metalltechnik in Hamburg – zur Webseite
  • Berufskolleg Kartäuserwall: Bildungsgang Werkstoffprüfer für Metalltechnik und Wärmebehandlungstechnik in Köln – zur Webseite

 

Verwandte Weiterbildungsmöglichkeiten per Fernstudium

An Hochschule Wismar bei WINGS besteht die Möglichkeit im Rahmen eines Fernstudiums den Master „Quality Management“ mit dem Zusatztitel zerstörungsfreie Werkstoffprüfung zu studieren. Im Rahmen dieses Fernstudiums erlangen die Teilnehmer die theoretischen Kenntnisse über die notwendigen verschiedenen Methoden und Instrumente, um zerstörungsfreie Methoden bei verschiedenen Werkstoffen anwenden und durchführen zu können. Nach Abschluss sind sie in der Lage verschiedene zerstörungsfreie Prüfverfahren zu vergleichen und ein passendes auszuwählen und beherrschen verschiedene Verfahren zur Qualitätskontrolle. Das Fernstudium hat eine Regelstudienzeit von vier Semestern und richtet sich an Personen mit einem ersten akademischen Abschluss in den Ingenieurs- oder Naturwissenschaften.

An der AKAD besteht die Möglichkeit einen Fernkurs mit dem Titel „Kunststofftechnik“ zu belegen. Das Ziel dieses Kurses besteht darin, dass Teilnehmer ihr Wissen über Kunststoffe vertiefen können. Dabei ist ein zentraler Lerninhalt beispielsweise die Abstimmung von Werkstoffen, die Gestaltung der Bauteile, von Werkzeugen und Fertigungsparametern, so dass eine optimale Nutzung möglich erreicht wird. Dieser Fernkurs bietet sich für Studienfänger aus verschiedenen technischen Berufen und für bereits im Beruf stehende Techniker und Ingenieure an und hat eine Dauer von zwei Monaten.

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