Weiterbildung zum/ zur Praxisanleiter/in

Ein Praxisanleiter kommt bei der Ausbildung in Pflegeberufen zum Einsatz. Seine Aufgabe besteht darin, die praktische Ausbildung in einer Pflegeeinrichtung zu planen und durchzuführen. Er ist dabei für die pädagogische und didaktische Korrektheit verantwortlich. Für die Auszubildenden ist er das Bindeglied zwischen der Schule und dem praktischen Einsatzort.

Der Praxisanleiter führt sie Schritt für Schritt an die eigenständige Wahrnehmung ihrer Aufgaben heran. Auf diese Weise sorgt er für eine Sicherung der Qualität künftiger Pfleger.

 

Für welche Berufe bietet sich eine Weiterbildung zum/zur Praxisanleiter/in an?

Voraussetzungen für die Zulassung zur Weiterbildung als Praxisanleiter sind ein Abschluss in einem der nachfolgend aufgeführten Berufe sowie eine anschließende mindestens zweijährige Tätigkeit darin.

  • Gesundheits- und Krankenpflege,
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege,
  • Altenpflegerin, Altenpfleger,
  • Pflegefachfrau, Pflegefachmann,
  • Hebamme, Entbindungspfleger,
  • OTA (Operationstechnischer Assistent) / ATA (Anästhesietechnischer Assistent),
  • Notfallsanitäter, Notfallsanitäterin

Aufbau und Inhalte der Weiterbildung zum/zur Praxisanleiter/in

Jeweils 100 Lehrstunden beinhalten die folgenden drei Module:

 

Anwenden der Grundlagen der Praxisanleitung

In diesem Modul werden die Grundlagen und das Basiswissen der Praxisanleitung gelehrt. Im Einzelnen gehören dazu:

 

Lernen und Verständnis vom Lernen

Hierzu gehören die Entwicklung von eigenen Lernstrategien, ihre Dokumentation und Darstellung. Unterschiedliche Lerntechniken werden erarbeitet, um das eigene Lernen selbst zu steuern. In Facharbeiten werden wissenschaftliche Arbeitstechniken angewendet.

 

Theoriegeleitet pflegen

In diesem Teil wird der aktuelle Stand der Pflegewissenschaft vermittelt, um das eigene Wissen zu aktualisieren und Handlungssicherheit zu erlangen. Studien werden gemeinsam ausgewertet und hinterfragt.

 

Anleitungsprozesse planen und gestalten

Zunächst werden die Voraussetzungen vermittelt, die für die Gestaltung von Anleitungsprozessen erforderlich sind. Unter Nutzung des eigenen Fachwissens werden geeignete Methoden ausgewählt und Anleitungen gestaltet sowie reflektiert.

 

Qualitätsmanagement mit der Gestaltung von Arbeitsabläufen in komplexen Situationen

Ein internes Qualitätsmanagement mit seinen Grundlagen und Instrumenten wird gelehrt. Schwerpunkt bilden die prozessualen Verbindungen, der Umgang mit Fehlern und kritischen Situationen. Qualitätssicherungsmaßnahmen zum Schutz der Patientensicherheit und Methoden des Risiko- sowie Fehlermanagements stehen im Vordergrund.

 

Professionell handeln im Tätigkeitsfeld

Im zweiten Modul wird auf dem Basiswissen des ersten Moduls aufgebaut. Sie erlernen nun die Handlungskompetenz, mit der Sie in der Praxis die Lehr- und Lernprozesse initiieren und steuern. Auch das Verständnis Ihrer eigenen Rolle als Praxisanleiter wird Ihnen in diesem Kurs vermittelt. Hierzu gehören folgende Inhalte:

 

Die Rolle als Praxisanleiter selbst bewusst wahrnehmen

Die Rolle als Praxisanleiter wird im spannungsgeladenen Umfeld zwischen sozial-kommunikativen und technikintensiven Situationen zwischen Patient und Pflegekraft geübt. Gleichzeitig lernen Sie, Ihre Rolle als Bindeglied zur Aus- und Weiterbildungsstätte wahrzunehmen.

 

Anleitungsprozesse planen, gestalten und auch durchführen

Gemeinsam mit dem in der Praxis Anzuleitenden werden die Lernprozesse zunächst geplant und ausgestaltet. Dabei lernen Sie, die strukturellen, individuellen und für die Situation spezifischen Bedingungen zu erkennen und in den Prozess einzubauen. Später bewerten und beurteilen Sie den Prozess. Dabei werden didaktische Modelle erlernt und ihre Methoden angewendet.

 

Beurteilen und bewerten

Prozesse der Beurteilung und Bewertung stehen im Mittelpunkt dieses Lernabschnittes. Anhand gesetzlicher Grundlagen und festgelegter Kriterien werden diese geübt, da sie zum Aufgabenbereich des Praxisanleiters gehören. Die getroffenen Entscheidungen müssen nachvollziehbar begründet sein. Leistungskontrollen und Prüfungen der Anzuleitenden werden geübt.

 

Fördern der persönlichen Weiterentwicklung

Im Hinblick auf das pädagogische Handeln wird die persönliche Weiterentwicklung des Praxisanleiters gestärkt. Dies hat das Ziel, dass er in herausfordernden Situationen und Konflikten die Situation beherrscht. Sie lernen in diesem Kurs, mit Verschiedenartigkeit im beruflichen Umfeld umzugehen.

 

Die Rolle eines Praxisanleiters gestalten

Sie erlangen auch in diesem Lernabschnitt zusätzliche Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenz. Die Schulung hilft Ihnen, sich hierbei deutlich weiterzuentwickeln. Sie lernen, wie Sie in Ihrer Rolle an die Situation angepasst, professionell und souverän reagieren. Sie lernen, wie Sie als Praxisanleiter die Objektivität und Neutralität wahren.

 

In der Praxis die Handlungskompetenz fördern

Um die Handlungskompetenz der Anzuleitenden zu steigern, lernen die künftigen Praxisanleiter, wie sie gezielt die Anzuleitenden im Lernprozess begleiten und fördern. Erlerntes Wissen weiterzuentwickeln ist der wichtigste Punkt hierbei, um die Handlungskompetenz der Anzuleitenden sozial, fachlich, methodisch und persönlich zu erhöhen.

 

Professionell mit kultureller Vielfalt umgehen

Als Teilnehmer lernen Sie die kulturelle Vielfalt kennen und verstehen. Anleitungssituationen werden gemeinsam kultursensibel und individuell gestaltet. Sie erfahren, wie Sie in interkulturellen Situationen sensibel, fachgerecht und effektiv agieren.

 

Berufliche Möglichkeiten für medizinische Berufe nach einer Weiterbildung zum/zur Praxisanleiter/in

Ein Praxisanleiter führt die praktische Ausbildung in pflegerischen Bereichen durch. Er ist später als fachlicher Prüfer auch an der Abschlussprüfung seiner Auszubildenden beteiligt. In Pflegeberufen arbeitende Menschen sind oft auch Quereinsteiger oder ausgebildete Ausländer. Daher wird ein Praxisanleiter auch neue Mitarbeiter in die Praxis moderner Pflege einarbeiten. Er trägt daher erheblich zur Qualitätssicherung in den Einrichtungen bei. Ein Praxisanleiter hat vielfältige Möglichkeiten, in interessanten Fachgebieten eingesetzt zu werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Pflege in der Nephrologie,
  • Pflege in der Endoskopie,
  • Pflege in der Onkologie,
  • Intensiv- und Anästhesiepflege,
  • Pflege im Operationsdienst,
  • Pflege in der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie,
  • Pädiatrische Intensiv- und Anästhesiepflege

 

Eine Weiterbildung zum/zur Praxisanleiter/in wird beispielsweise angeboten von:

  • Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG-UAG: Weiterbildung zur Praxisanleitung (am Klinikum Landkreis Erding, am Klinikum Memmingen, in Krumbach, in Essen und am Universitätsklinikum Regensburg) zur Webseite
  • Gesundheitszentrum Odenwaldkreis:Berufsbegleitende Weiterbildungstaatl. anerkannte/r Praxisanleiter/in in der Pflege(in Erbach) zur Webseite
  • MecoAkademie für Gesundheitsberufe: Fortbildung Praxisanleiter*in in der Pflege (in Berlin) zur Webseite
  • Akademie für Gesundheitsberufe: Weiterbildung zur Praxisanleitung in den Pflegeberufen (in Wuppertal) zur Webseite
  • Deutsche Fachpflege Gruppe DFG-Akademie: Praxisanleiter*in für die außerklinische Intensivpflege mit Teamleiterqualifikation (in München) zur Webseite
  • Akademie für Wirtschafts- und Sozialmanagement: Weiterbildung Praxisanleiter (Mentor*in) (in Heidelberg) zur Webseite
  • Theodora Konitzky Akademie TKA: Weiterbildung Praxisanleitung (in Bad Nauheim) zur Webseite

 

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